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Stellungnahme zur Ausladung von Nancy Fraser von der Albertus-Magnus-Professur

Wir bedauern die Ausladung der feministischen Philosophin und Kritischen Theoretikerin Prof. Dr. Nancy Fraser von der Albertus-Magnus-Professur der Universität zu Köln außerordentlich und distanzieren uns davon. Wir wurden in diese Entscheidung zu keinem Zeitpunkt einbezogen.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Universität zu Köln und andere Hochschulen auch in schwierigen Zeiten ein Ort der offenen, kontroversen, notwendig komplexen und mitunter riskanten Debatten sind.
 

English version:
Statement on the disinvitation of Nancy Fraser from the Albertus Magnus Professorship

We regret and unequivocally oppose the disinvitation of the feminist philosopher and critical theorist Prof. Dr. Nancy Fraser from the Albertus Magnus Professorship at the University of Cologne. We were not involved in this decision and the process leading up to it in any way.

We are committed to ensuring and actively advocating for the University of Cologne and other universities to remain places for open, controversial, necessarily complex and sometimes risky debates, even in challenging times.

GeStiK – Gender Studies in Köln

GENDER STUDIES IN KÖLN (GeStiK)

Zentrum an der Universität zu Köln

GENDER STUDIES untersuchen – entgegen dem konventionellen Verständnis einer ‚natürlich gegebenen‘ Geschlechterdifferenz – die Hervorbringungen, Konstruktionen, Materialisierungen von ‚Geschlecht‘ und ‚Geschlechterverhältnissen‘ und die Verknüpfungen mit weiteren sozialen, kulturellen und naturwissenschaftlichen Ordnungsmustern und Klassifikationen. ‚Gender‘ verweist dabei nicht nur auf sehr verschiedene Dimensionen und Bedeutungsgehalte, etwa auf symbolische Geschlechterordnungen, institutionalisierte Geschlechterverhältnisse, Arbeitsteilungen und Subjektivierungsweisen, auf Identitäts-, Sexualitäts- oder Körperkonstruktionen, also insgesamt auf Kategorien der Strukturierung, Differenzierung, Disziplinierung und Hierarchisierung. Als kritische Verfahren problematisieren GENDER UND QUEER STUDIES dichotome Gegenüberstellungen, die Ungleichheiten und Ausschlüsse erzeugen und die Anerkennung von vielfältigen, beweglichen Differenzen und eine gleichberechtigte, gerechte Partizipation verhindern.

Die Entwicklung und die erheblichen wissenschaftlichen Innovationen der GENDER UND QUEER STUDIES sind insbesondere ihren inter- und transdisziplinären Verfahren, Zugängen und Netzwerken zu verdanken. Dennoch sind GENDER STUDIES je disziplinär verortet, sie machen aber zugleich Disziplinen als historisch spezifische Wissens- und Erkenntnisformen in ihren Möglichkeiten und Grenzen greifbar und forcieren interdisziplinäre Problematisierungen und Kooperationen. Nicht zuletzt verweisen die vielfältigen theoretischen und methodologischen Perspektiven und Kontroversen innerhalb der GENDER STUDIES auf die notwendige Reflexion der eigenen Situiertheit und Verantwortung als realitätsschaffende Wissen(schaft)spraxis.

Die UNIVERSITÄT ZU KÖLN verfügt im Bereich der GENDER STUDIES über (inter-) disziplinär ausdifferenzierte, innovative Forschungen und Expertisen, die mit der Gründung des hochschulweiten Zentrums GENDER STUDIES IN KÖLN (GeStiK) auf der Konferenz Immer beweGENDER: Transformationen (in) der Geschlechterforschung am 22./23. Juni 2012 nun einen angemessenen institutionellen Rahmen erhalten.

Aufgabenfelder von GeStiK

  • Die Strahlkraft der GENDER UND QUEER STUDIES an der UNIVERSITÄT ZU KÖLN wird durch interdisziplinäre Profil- und Schwerpunktbildung und öffentliche Präsentation auf der Gründungskonferenz am 22./23. Juni 2012 erhöht. Interfakultative Schwerpunkte zeigen sich anhand inhaltlicher Konvergenzen bei fachdisziplinären Innovationen und bei der Beforschung von Transformationsprozessen in den fünf Kernbereichen I. Intersektionalität und Diversität, II. Queer Theory, III. Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellungspolitiken, IV. Männlichkeitskonstruktionen sowie V. Kompetenzen, Lernen und Bildung.
     
  • Eine strukturierte Forschungs- und Nachwuchsförderung(Graduiertenkolleg) wird Synergien durch die Vernetzung fakultätsübergreifender Schwerpunkte stärken und neue Kooperationen schaffen.
     
  • Der Standort Köln wird durch Kooperationen mit weiteren Kölner Hochschulen (Kunsthochschule für Medien Köln, Fachhochschule Köln, Hochschule für Musik Köln, Deutsche Sport-hochschule Köln) im Bereich der Forschung und Lehre ausgebaut und durch institutionelle Einbindung in das landesweite Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung Nordrhein-Westfalen gestärkt.
     
  • Mit dem Auftakt der Gründungskonferenz sollen systematisch auch außerwissenschaftliche Kooperationsbeziehungen mit Institutionen aus Kunst, Kultur und Medien, Politik, Wirtschaft und Bildung ausgebaut werden um GENDER STUDIES an der UNIVERSITÄT ZU KÖLN als Teil einer zivilgesellschaftlichen Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
     
  • Dem Zentrum GENDER STUDIES IN KÖLN (GeStiK) kommt maßgeblich eine initiierende, bündelnde und organisierende Funktion bei der Pflege inter/nationaler wissenschaftlicher Kommunikation und Kooperation bspw. durch Tagungen oder die Beantragung von Gastprofessuren zu.