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Digitale Elternschaft

Prof. Dr. Eva Sänger: „Digitale Elternschaft. Zur Praxis von App-Nutzung in Schwangerschaft und Kleinkinderziehung“, bei der DFG beantragtes Verbundprojekt, gemeinsam mit Prof. Antje Langer, Universität zu Paderborn und Dr. habil. Tanja Carstensen, Universität Hamburg. Das Projekt untersucht Praktiken der Herstellung von Familie und Elternschaft durch mobile Schwangerschafts- und Erziehungsapps. Diese sind in zahlreiche Tätigkeiten eingebunden. Sie liefern niedrigschwelliges Handlungs- und Orientierungswissen für den Umgang mit Schwangerschaft, bei der Säuglingsfürsorge und Kleinkinderziehung und unterstützen unmittelbar bei der Suche nach alltäglichen Problemlösungen. Dabei evozieren sie neue Sozialitäten und Handlungsspielräume, aber auch Normierungen und Ungleichheiten. Das Projekt untersucht ermächtigende wie normierende Nutzungsweisen von Apps in der Schwangerschaft und im elterlichen Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern und fragt nach der Beteiligung digitaler Technologien an vielfältigen Praktiken der Elternschaft. Es leistet einen Beitrag zur intersektionalen und queer-feministischen Erforschung des Digitalen im Alltag im Feld der interdisziplinären Geschlechterforschung, der Soziologie der Schwangerschaft und Elternschaft und den Science and Technology Studies. Methodisch verwendet das Projekt, um sich diesen privatisierten Nutzungsweisen zu nähern, eine Reihe neuerer methodischer Zugänge, wie „Media-go-along-Interviews“ oder die „walkthrough-method“, mit der Apps durchgespielt werden. Das Projektvorhaben wurde im Juli 2021 eingereicht und befindet sich derzeit in der Phase der Begutachtung durch die DFG.