skip to content

ReCAP [Reproduction: Critical Approaches and Perspectives on Pregnancy, Birth, and (Non)Parenthood]


Reproduktion ist ein zentraler Bereich, in dem Vorstellungen und Praktiken von Körper, Geschlecht, Verwandtschaft und Zugehörigkeit verhandelt werden. Schwangerschaft und Geburt beinhalten nicht nur biomedizinische Prozesse, sondern sind auch eingebettet in kulturelle, soziale und politische Kon- texte. Fragen nach Elternschaft—oder Nicht-Elternschaft—eröffnen dabei Räume für Auseinandersetzungen über soziale Normen, Machtverhältnisse und Gerechtigkeit.

Kritische Perspektiven auf Reproduktion rücken die Vielschichtigkeit dieser Prozesse ins Zentrum: Wie wirken sich soziale Ungleichheiten, etwa in Bezug auf Klasse, „Rasse“, Geschlecht oder Behinderung, auf Erfahrungen und Repräsentationen von Schwangerschaft und Geburt aus? In welchem Spannungsfeld bewegen sich reproduktive Technologien, wenn sie einerseits neue Möglichkeiten eröffnen, andererseits aber Fragen nach Zugänglichkeit, Kommerzialisierung und Regulierung aufwerfen? Welche Bedeutungen entfalten Vorstellungen von Mutterschaft, Vaterschaft und Elternschaft in pluralen Familienformen—und welche politischen Kämpfe ergeben sich um Anerkennung, Rechte und Pflichten?

Ebenso wichtig ist es, Nicht-Elternschaft als eigenständigen Bereich der Reproduktionsforschung ernst zu nehmen: Dazu zählen nicht nur Entscheidungen gegen Kinder, soziale Zuschreibungen an „Kinderlose“ oder neue Formen solidarischer Fürsorge jenseits traditioneller Elternrollen und Familienformen, sondern auch Erfahrungen ungewollter Kinderlosigkeit oder Leihmutterschaft, die alternative Konzepte von Gemeinschaft und Verantwortung eröffnen.

Das Netzwerk versteht sich als Plattform für interdisziplinäre Diskussionen, die geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven und Analysen verbindet. Ziel ist es, einen Raum für Austausch und Zusammenarbeit zu schaffen, in dem Forschende Fragen nach Körperlichkeit, Subjektivität, Normativität und Macht im Kontext von Reproduktion in ihrer ganzen Komplexität bearbeiten und diskutieren können.

Das Netzwerk trifft sich alle zwei Monate online zur Diskussion zentraler wissenschaftlicher Beiträge und eigener Forschung. Jährliche Präsenzworkshops und Netzwerktreffen sind in Planung. Unsere Arbeitssprachen sind Englisch und Deutsch und werden flexibel angepasst.