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Aktuelles

"(Differenz-)Kategorien in den Gender und Queer Studies"
Interdisziplinärer Doktorand*innen Workshop an der Universität zu Köln, 10.-11.06.2016

Die Analyse unterschiedlicher Differenzkategorien stellt in unseren Augen eine besondere Heraus-forderung für die Gender- und Queer-Forschung dar: Zum einen, weil verschiedene Formen der Marginalisierung auf komplexe Weise miteinander verwoben sind und zum anderen, weil die Auseinandersetzung mit Intersektionalität/Interdependenz einen besonders hohen Grad an Selbstreflexion von Akademiker*innen verlangt, beinhaltet sie doch immer auch Fragen nach Machtverhältnissen in der Wissensproduktion: Wie entstehen Wissenskategorien? Welche Differenzen werden durch die Analyse von Kategorien hergestellt? Welche Ausschlüsse produzieren folglich auch die Gender Studies als Disziplin?
Der Workshop soll dazu dienen, die Begriffe Intersektionalität, Interdependenz, Differenz und Kategorie in interdisziplinärem Austausch zu diskutieren. Dies bietet zum einen die Chance, soziologische, kulturwissenschaftliche und naturwissenschaftliche Forschungsansätze zu vergleichen und mögliche Synergieeffekte zu erfragen. Gleichzeitig wird in einem solchen interdisziplinären Austausch besonders deutlich, auf welche Differenzen und Kategorien die Wissensproduktion der einzelnen Disziplinen aufbaut, die auf diese Weise beständig (re-)produziert werden. Der Workshop muss also auch danach fragen, welche Ausschlüsse den Methoden der einzelnen Disziplinen sowie dem Methodenbegriff allgemein strukturell inhärent sind.
Wir laden interessierte Doktorand*innen und Master-Studierende aller Fächer herzlich ein, an zwei Tagen im Rahmen des Workshops gemeinsam mit uns zu diskutieren. Um einen möglichst hierarchiefreien Austausch auf Augenhöhe zu ermöglichen, verzichten wir auf Vorträge und auf die ihnen innewohnende Trennung von Expert*in und Lai*in.

Ablauf:
Am ersten Tag werden wir vier Schlüsselbegriffe (Intersektionalität, Interdependenz, Differenz und Kategorie) in kleineren Gruppen anhand von grundlegenden Texten gemeinsam diskutieren. Die Texte werden den Teilnehmer*innen vorab zur Vorbereitung zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Diskussionen werden nachmittags im Plenum zusammengetragen und diskutiert.
Am zweiten Tag werden wir diese theoretische Auseinandersetzung in konkrete Analysearbeit münden lassen. Anhand von Beispielen werden die einzelnen Gruppen die Anschlussfähigkeit der vier Begriffe für die (eigene) Forschung überprüfen. Um die Diskussion möglichst vielfältig zu gestalten, sind die Teilnehmer*innen dazu aufgefordert, Beispiele aus der eigenen Forschung einzubringen. Dabei kann es sich um ganz unterschiedliche Dokumente, Quellen und Objekte handeln, wie Bilder, Kurzfilme, Comics, Kurzgeschichten, Gedichte, Interviews, Statistiken, etc. Die Beispiele werden in den Gruppen bezüglich ihrer Herstellung von Differenzkategorien analysiert und nachmittags dem Plenum vorgestellt. Die Präsentationen der Beispiele dienen dazu, abschließend danach zu fragen, welche Schwierigkeiten die Analyse von Differenzkategorien mit sich bringt, ob von Methoden gesprochen werden kann oder ob nicht vielmehr der Begriff der Methode selbst zur Disposition steht.

Programm

Freitag, 10. Juni
11-12 Uhr: Begrüßung und Einführung
12-15 Uhr: Diskussion der Begriffe Intersektionalität, Interdependenz, Kategorie und Differenz an-hand von grundlegenden Texten in kleineren Gruppen
15-17 Uhr: Diskussion im Plenum
Abends: Filmvorführung Paris is Burning

Samstag, 11. Juni
11-12 Uhr: Begrüßung und Rekapitulation
12-15 Uhr: Beispielanalysen in kleineren Gruppen
15-17 Uhr: Abschlussdiskussion
Interessierte Doktorand*innen und Master-Studierende sind herzlich dazu eingeladen, sich bis zum 20. Mai unter Angabe der eigenen Fachrichtung und mit einem kurzen Motivationsschreiben unter gender-netzwerk(at)uni-koeln.de anzumelden. Besonders würden wir uns über die Bereitschaft freuen, Beispiele für die gemeinsame Arbeit am zweiten Tag einzubringen; eine Teilnahme ohne eigenes Beispiel ist jedoch auch möglich. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 40 begrenzt. Der Workshop wird in den Räumlichkeiten der Universität zu Köln stattfinden. Reisekosten und Verpflegung können leider nicht übernommen werden. Bei weiteren Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.