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Forschungsprojekt

Gender und Altern in NRW - Begleitung des Aufbaus der Altenberichterstattung 'Alt werden in Nordrhein-Westfalen' unter Genderperspektive

Laufzeit: - 12/2013-11/2014 -

Die Lebensbedingungen von älteren und hochaltrigen Menschen sind heterogen und verweisen auf unterschiedliche Potenziale und Problemlagen. Dabei bringen Alter(n)sprozesse einerseits spezifische Herausforderungen mit sich, andererseits ist die Phase des Alter(n)s nicht vom gesamten Lebensverlauf, von der Wirksamkeit sozialer Ungleichheitsdimensionen und von gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen abzukoppeln. Hierbei spielt ‚Geschlecht‘ als Dimension der Vergesellschaftung und der Selbstverhältnisse eine wesentliche Rolle.

Dabei sind die Einzelnen – als 'Männer' und 'Frauen' oder als Menschen, die sich dieser Klassifikation entziehen – nicht nur biographischen, sozio-kulturellen Anforderungen und unterschiedlichen Sozialpolitiken ausgesetzt, sie gestalten ihre Leben selbst, nehmen Gelegenheitsstrukturen wahr, verwerfen diese oder arbeiten sie um und bringen damit 'Allter(n)' als Lebensphase mit hervor.

Die Konzeptionierung und Begleitung einer Altenberichterstattung in NRW erfolgte daher sowohl anhand eines gesellschaftsanalytischen, multidimensionalen Zugriffs, der Verhältnisse der Privilegierung und/oder Benachteiligung im Lebensverlauf und in der Verschränkung mit weiteren Ungleichheitsdimensionen erfasst, als auch anhand der systematischen Berücksichtigung des Handelns der Akteur_innen, die 'eigen-sinnig' und ganz praktisch ihren Alltag leben und bewältigen.

Dementsprechend lag dieser Forschungskonzeption eine theoretischer und methodologischer Zugang zu Grunde, der drei Perspektiven bearbeitet und miteinander verknüpft hat:

eine gesellschaftsanalytisch eingebettete Genderperspektive, die Transformationsprozesse in gesellschaftlichen Teilbereichen (Erwerbsarbeit, Lebensformen und 'Familie', Sozialstaat) hinsichtlich der Implikationen für Alt-sein/Alt-werden aus Perspektive der Geschlechterforschung untersucht hat,

ein zeitlich / generationell situiertes Lebenslagenkonzept, das die komplexe Lebenssituation älterer und hochaltriger Männer und Frauen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilfeldern, nach regionalen (urban / ländlich) und infrastrukturellen Aspekten unterschieden analysiert hat und

schließlich eine auf Ressourcen der praktischen Lebensführungen zielende Milieuforschung, die nach den spezifischen lebenspraktischen und sozialen Orientierungen der Einzelnen und ihren Handlungsstrategien bei der Bewältigung des Alltäglichen gefragt hat.