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Forschungsprofil

In den Forschungen an der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung GeStiK (Gender Studies in Köln) der Universität zu Köln wird ‚Gender‘ als eine zentrale Prozess- und Strukturkategorie und als materiell-diskursive Praxis gefasst. ‚Gender‘ ist wirksam bei der Herstellung sozialer Ordnung, der Produktion sozio-kultureller Ungleichheiten, bei bedeutungsgenerierenden Materialisierungen und der Produktion von Körpern. ‚Gender‘ verweist auf sehr verschiedene Dimensionen und Bedeutungsgehalte, etwa auf symbolische Geschlechterordnungen, institutionalisierte Geschlechterverhältnisse, Arbeitsteilungen und Subjektivierungsweisen, Identitäts-, Sexualitäts- oder Körperkonstruktionen/materialisierungsprozesse, also insgesamt auf Prozesse der Strukturierung, Differenzierung, Disziplinierung und Hierarchisierung in der Untrennbarkeit von Materialität und Bedeutung. Als kritische Verfahren problematisieren Gender und Queer Studies dichotome Gegenüberstellungen, die Ungleichheiten und Ausschlüsse erzeugen und die die Anerkennung von vielfältigen, beweglichen Differenzen verhindern.

Die zentrale wissenschaftliche Einrichtung GeStiK verfolgt zwei thematische Linien in ihren Forschungsschwerpunkten: Erstens zielen die Forschungsaktivitäten darauf, die Verschränkungen unterschiedlicher Ungleichheits- und Diskriminierungsdimensionen mit ‚Geschlecht‘, das je spezifische Relevant-machen oder auch Irrelevant-werden von ‚Geschlecht’ in verschiedenen sozialen Kontexten und Ungleichheitsverhältnissen, d.h. den Intersektionen von Gender, Sexualität, race, class, dis/ability auszuleuchten. Zweitens zielt der Forschungsschwerpunkt ‚Materialität und Geschlecht‘ darauf, diese je spezifischen Muster des Relevant-werdens von Geschlecht nicht bloß als sprachliche Kategorien zu fassen, sondern (jenseits der Binarität von Sex/Gender, Materie/Bedeutung, Sozialem/Körperlichem, Kulturellem/Natürlichem, Menschlichem/Nichtmenschlichem) als materiell-diskursive Praktiken und Prozesse der Herstellung von Welt zu adressieren, an denen auch nichtmenschliche Akteur*innen aktiv teilhaben.

Erkenntnistheoretisch werden materiell-diskursive Konstruktionsprozesse von ‚Geschlecht‘ sowohl in alltäglichen Interaktionszusammenhängen und soziotechnischen Versammlungen, als auch auf der Ebene sozialer Strukturen und institutionellen Handelns fokussiert. Forschungsethisch versteht sich GeStiK als Teil einer wissenschaftlichen Praxis, die an der Schaffung von Bedingungen für eine gleichberechtigte, gerechte Partizipation aller Gesellschaftsmitglieder und einem nachhaltigen, ökologischen Weltverhältnis mitwirkt.